Das nervt

Es gibt Kleinigkeiten, die mich im Alltag immer wieder erhitzen. Da kann ich mich so richtig reinsteigern, mich darin suhlen und auch andere damit nerven. Zwar sind es keine Dinge epochaler Natur. Trotzdem will ich hier meine persönliche Bestenliste an Alltagsnegativitäten mit der Welt teilen.

Das sind meine fünf nervigsten Dinge:

  1. In einer Gartenbeiz bestelle ich einen „sauren gespritzten Weissen“ (= Weisswein mit Zitrone und Mineralwasser). Die freundliche Nachfrage der Bedienung bestätige ich: „Genau, gerne sauer.“ Trotzdem kommt mein „gespritzter Weisswein“ in verblüffender Häufigkeit in seiner süssen Adaption (= Weisswein mit Citro). Zusammengefasst: Ich bestelle sauer, bekomme aber süss. Wieso? Auf meine Schwester berufend frage ich mich: „Sehe ich aus, wie eine, die ihren Gespritzten süss bestellt?“ Das nervt.
  2. Ich habe einen Stapel Papier ausgedruckt und will ihn, kurz vor der Besprechung, zu der ich eh schon zu spät dran bin, zusammenheften. Ich nehme den Bostitch zur Hand, setze ihn an der oberen linken Papierecke an und dann klickt das Ding ins Leere. Mist, keine Klammern mehr drin. Kaum etwas regt mich so sehr auf wie dieses widerstandslose Klickgefühl. Da könnt ich losschreien. Echt jetzt – das nervt.
  3. Ich sitze mit einigen Leuten im Restaurant und alle bestellen in unterschiedlicher Üppigkeit. Als kaum fleisch- und fischessende Pseudo-Vegetarierin wähle ich meist die preiswertesten Menus. Weil ich zudem schnell satt werde, entscheide ich mich – wenn als Option vorhanden – stets für die „kleine Portion“. Und dann, wenn’s ums Zahlen geht: Immer diejenigen, welche die teuersten und meisten Gänge verschlingen, schlagen ganz souverän vor, die Rechnung doch der Einfachheit halber zu gleichen Teilen auf alle anwesenden Personen aufzuschlüsseln. Welche Essensberge ich da wohl im Laufe meines Lebens selbstlos mitfinanziert habe? Ich will nicht daran denken, denn das nervt.
  4. Ich habe Ferien. Endlich entspannen, runterfahren, nichts tun. Einfach das Leben geniessen, in den Tag hineinleben. Und dann das: Wenn ich mich gerade beginne wohl zu fühlen, fängt mein Hals an zu kratzen, meine Nase kitzelt und die Glieder schmerzen. Ich werde krank. Ich bleibe krank. Und das in meinen Ferien. Das nervt – nun also wirklich.
  5. Ich finde Leute mühsam, die sich über jede Kleinigkeit aufregen. Mein Gott, nerven die, nicht?

Ich weiss, gemessen am Elend der Weltbevölkerung gleicht meine Auflistung einem Astronautenfurz, welcher in der unendlichen Stille des Weltalls ungehört verhallt. Aber ich darf mich ja wohl noch etwas  aufregen dürfen.